POLEN


Über Olmütz nach Auschwitz und Krakau, in die Seenlandschaft Ermland-Masuren, den Norden nach Danzig bis hin nach Posen und Breslau im Westen
Fahne von Polen

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Ein etwas anderes Reisetagebuch – Reisetagebuch und Länderinfo am Beitragsende

Witamy w Polsce (1 € = 4,72695 PLN)
Wechselkurs vom 04.08.2022

FOTOS:

VIDEOS:

KZ Auschwitz, Stammlager und Birkenau
Salzbergwerk Wieliczka
Schwarze Madonna von Tschenstochau
Bootsfahrt am Oberlandkanal
Ostseebad Sobot

Reisetagebuch – The travel diary

Tag 1

Heute heißt es sich zeitig auf den Weg zu machen. Wir treffen mit einer kleinen Gruppe Reise- und Kulturwilliger zusammen die wir nicht warten lassen möchten. Es ist 05:30h morgens als wir uns kennen lernen. Ein moderner und komfortabler Großraumbus für mit uns 28 Personen, incl. Chauffeur und Reiseleiter! Sehr angenehm. Wir fahren los und abgesehen von Kurzzeitpausen für Raucher – gibt es auch noch, ist der erste Stopp in Olmütz (Olomouc), Tschechien. Nach einem erfrischenden Frühstück fahren wir weiter, überqueren die Grenze zu Polen und kommen nach Auschwitz (Oswiecim) wo wir mit einer der dunkelsten Ereignisse der menschlichen Geschichte konfrontiert sind, dem ehemaligen KZ-Lager I+Lager II-Birkenau, welche wir im Zuge einer Führung besichtigen (Kurzvideo). Vom Parkplatz des Busses kommend betreten wir nach kurzem Fußweg das Gelände durch das Haupttor mit dem bekannten Überkopf Schriftzug „Arbeit macht frei“. Schon hier spürt man den Hohn dieses gewesenen Menschen verachtenden Systems. Zu sehen sind originale Lagergebäude im Hauptteil des Komplexes. Wir besuchen auch das Museum, in dem man die Geschichten der Gefangenen sehen kann und betrachten deren Alltagsgegenstände und persönlichen Gegenstände. Dann besuchen wir das Lager II-Birkenau und sehen dabei die Gaskammern und Krematorien. Es ist zum Nachvollziehen bei einem Blick über das Gelände mit Geleisen und Frachtwaggon, den Gaskammern und Krematorien im Hintergrund welche Dramen, welch Schicksale sich hier im Wissen des Unausweichlichen vollzogen haben. Vor dem Verlassen gehen wir zwischen den Baracken durch, auch hinein und atmen tief durch als wir das Gelände verlassen haben in welchem über 1 000 000 Menschen ihr Leben lassen mussten. Auf der Weiterfahrt ist es still im Bus. Es ist zu merken, dass dieser Besuch alle sehr berührt hat. Wir kommen nach Krakau (Krakow) und nach dem Check-Inn mit Zimmerbezug ist auch noch beim gemeinsamen Abendessen eine bedrückende Atmosphäre zu spüren. Das wird wohl der Grund sein, dass alle sich bald danach auf ihre Zimmer zurückziehen. (ca. 472 Km)

Tag 2

Nach dem gestrigen Tag mit düster in Erinnerung gerufener Vergangenheit sind am Frühstücks Buffet wieder alle in der Gegenwart angekommen und voll Vorfreude auf den Stadtrundgang. Man bringt uns zum Wawel Hügel und nach kurzem Fußweg betreten wir die Wawel Kathedrale mit der Sigismund Glocke die ob ihrer Größe von 12 Glöcknern gemeinsam geläutet wird. Hier hat man nicht nur die polnischen Könige gekrönt da sind sie auch bestattet. Das neben der Kathedrale befindliche Königsschloss beherbergt mit seiner Kunstsammlung die Geschichte und das Kulturerbe Polens. Am Königsschloss selbst zeigt die jahrhundertlange Baugeschichte sämtliche Stilepochen. Wir verlassen das Schloss und gehen in Richtung Stadtzentrum. Noch am Wawel halten wir zu einem Fotostopp an der überlebensgroßen Statue von Karol Wojtyla dem späteren Papst Johannes Paul II. Es geht weiter, vorbei am Museum der Erzdiözese zur Andreaskirche. Hier befinden sich in der Schatzkammer die ältesten aus dem 13. Jahrhundert stammenden Krippenfiguren. Der Grodzka folgend bringt uns diese in gerader Linie zum Marktplatz. Unterwegs begegnen wir einigen Fiaker, die sehr hübsch herausgeputzt sind. Am Marktplatz angekommen erblicken wir zur linken den vom alten Rathaus erhalten gebliebenen, 70m hohen Rathausturm dessen Schieflage, wie man uns sagt, auf einen Sturm zurückzuführen ist. Weiter geht es in das Museum der Jagiellonen-Universität. Sie ist die zweitälteste Universität Mitteleuropas zu der Persönlichkeiten wie Nikolaus Kopernikus und Karol Wojtyla gehören. Eine einzigartige Sammlung astronomischer und astrologischer Instrumente aus dem 15. Jahrhundert, ein arabisches Astrolabium sowie der sogenannte Jagiellonen-Globus, die erste bekannte Weltkugel, auf dem das gerade erst entdeckte Amerika verzeichnet ist sind zu sehen. Ein Gipsabdruck der linken Hand von Frédéric Chopin ist in einer Vitrine ausgestellt. Von hier wechseln wir zu den Tuchhallen, durchschreiten diese und betreten die Marienkirche mit dem berühmten Veit Stoß Altar und dem Sacker-Kruzifix. Den Auftrag dazu erhielt er, weil das einstürzende Gewölbe der Kirche den Altar zerstört hatte. Von den 200 aus Lindenholz gehauenen Figuren sollen die der Hauptfiguren knapp 3m groß sein. Sie sind auch einmalig naturgetreu und detailliert. Wir gehen nach draußen und warten auf das vom Kirchturm, zu jeder vollen Stunde auf einer Trompete in alle vier Himmelsrichtungen geblasene Hejnał,  das musikalische Symbol der Stadt. Anschließend geht es zurück zum Hotel zum Mittagessen. Nach dem Dinner ist freier Nachmittag und wir machen uns auf den Weg zum Bahnhof. Wir nehmen den Zug nach Wieliczka. Es ist zugleich die Endstelle dieser Linie und die Fahrt dauert 45 Minuten. Ein kurzer Fußweg bringt uns zum Salzbergwerk von Wieliczka, ein absolutes must see (Kurzvideo). Die große Menge an Besuchern wird in Gruppen nach Anzahl und Sprache eingeteilt. Weil eine deutschsprachige Führung erst in mehr als 2 Std. wieder möglich ist kaufen wir alle Karten für eine Private Gruppenführung und können damit sofort mit einem Guide für uns allein in die Mine eintreten. Es ist dies das einzige Bergwerk weltweit welches seit dem Mittelalter bis 1996 in Betrieb war. Es werden hier auch Konzerte abgehalten und es gibt auch ein Sanatorium. Von den 300 Km langen Gängen sind 3 Km für eine Besichtigung freigegeben. Als Besucher erreichen wir über 380 Stufen eine Tiefe von vorerst 64m von insgesamt 135. Der Guide erzählt uns über den Abbau das Leben und Arbeiten der Mineure vom Anfang der Salzgewinnung bis zur Stilllegung. Wir gehen auf verschlungenen Wegen vorbei an Skulpturen, alten Bergbaugeräten und kleinen Seen. Am Weg liegend sehen wir auch die schönste der Kammern, die Kapelle der Heiligen Kinga. Es ist ein Saal mit 33m Länge, 15m Breite und 11m Höhe. Er besteht vollkommen aus Salz, der Fußboden, die Altäre und auch die prächtigen Kronleuchter. Die Reliefs sind Szenen aus dem Alten und Neuen Testament. Darunter erkennen wir auch eine Nachahmung des letzten Abendmahls. In der Kapelle werden Heilige Messen, Trauungen und Konzerte veranstaltet. Am Ende der etwa 2,5 Std. dauernden Führung gibt es die Möglichkeit sich im unterirdischen Restaurant zu stärken. Wir ziehen es vor das Bergwerk zu verlassen denn trotz warmer Kleidung spürt man die Kälte von ca. 18° Celsius. Mit dem authentischen, alten Aufzug geht es nach Oben und zum Abschluss erfahren wir noch, dass wir über mehr als 800 Stufen gestiegen sind. Der Schritt vom Dunkel ins Licht und die Wärme des Tages lassen den Körper erschaudern. Es ist angenehm die Wärme der Sonne zu spüren. Langsam gehen wir zum Bahnhof und fahren nach Krakau zurück. Im Hotel kommen wir beim Dinner wieder mit der Gruppe zusammen und es gibt während des Essens einen regen Austausch der jeweiligen Aktivitäten. Danach begeben wir uns aufs Zimmer und bereiten die Koffer für die Weiterfahrt vor.

Tag 3

Frisch gestärkt am Frühstücksbuffet führt die Reise weiter. Zunächst nach Tschenstochau (Częstochowa) zum Paulinerkloster mit der Wallfahrtskirche der Schutzheiligen Polens, die Schwarzen Madonna – Czarna Madonna. Zuerst besuchen wir bei einer Führung das Paulinerkloster und dessen Schatzkammer. Zu sehen bekommen wir die Schatzkammer mit unglaublichen Kleinodien, das Arsenal, das Museum der 600 Jahre, den Rittersaal, das Refektorium, die Sakristei, den Mariensaal und die übrigen Räumlichkeiten des Klosters. Danach wechseln wir in die Marienkapelle dem Aufbewahrungsort des Gnadenbildes (Kurzvideo). Es ist eine mit Tempera auf Lindenholz gemalte Ikone. Die heutige Darstellung wurde komplett übermalt, nachdem sie von Hussiten zerstört wurde. Dabei kam die ursprüngliche Holztafel wieder zur Verwendung, weil sie aus dem Holz des Tischs der Heiligen Familie angefertigt worden sein soll. Wir verlassen das Gedränge in der Kapelle und gehen zum Bus zurück. Wir setzen die Fahrt fort zur Hauptstadt von Polen – Warschau (Warszawa). Nach Ankunft und Dinner machen wir uns für die Nächtigung bereit. (ca. 374 Km)

Tag 4

Ein örtlicher Führer erwartet uns bereits nach dem Frühstück. Die Koffer sind schon im Bus und die Besichtigung der Metropole startet mit dem Kulturpalast, bei seiner Erbauung das zweithöchste Gebäude Europas. Weiter zum Denkmal des Warschauer Aufstandes vom August 1944 und von da in den Lazienki Park mit dem Denkmal von Frédéric Chopin. Wir kommen zum Präsidentenpalast, vorbei an der Annenkirche und haben einen längeren Fotostopp am Platz vor dem prachtvollen Königsschloss mit der Sigismund Säule. Begeben uns in die Altstadt und in die Warschauer Kathedrale. Wie die ganze Altstadt fiel auch sie dem Zorn der abziehenden deutschen Soldaten nach der Niederschlagung des Aufstands zum Opfer. Auch von ihr blieben lediglich die Grundmauern übrig. Wenige Schritte sind es noch bis zum Altstadtmarkt, wo wir noch einiges über die wunderschön gelungene Restaurierung erfahren. Der örtliche Führer verabschiedet sich und wir suchen uns einen Platz in einem Gastgarten für die Mittagsrast. Heute versuchen wir uns an einem traditionellen polnischen Gericht: Flaki-Suppe und Pierogi Ruskie. Die Speisen sind einfach köstlich jedoch die Portionen viel zu groß. Nach dieser entspannten Auszeit begeben wir uns zum vereinbarten Treffpunkt mit dem Bus. Die Weiterfahrt bringt uns nach Rastenburg (Kętrzyn) in den Masuren. Am Abend nehmen wir noch die Gelegenheit wahr uns in der Sauna vor der Nachtruhe zu entspannen. (ca. 256 Km)

Tag 5

Unterwegs zu einer geführten Besichtigung in der Klosteranlage mit der größten barocken Wallfahrtskirche Nordpolens Heiligenlinde kommen wir noch vorbei an der St. Georgskirche. In Heiligen Linde angekommen betreten wir den Vorhof durch ein schmiedeeisernes Tor mit kunstvoll geschmiedeten Pflanzenornamenten. Auf den Arkadengängen zu beiden Seiten des Tores befinden sich als Ahnentafel Christi steinerne Skulpturen. Nach einer Instruktion unseres Führers heißt es sich einen Weg durch die vielen Besucher zu bahnen, um in die Kirche zu kommen. Mit etwas Glück ergattern wir einen Platz mit direktem Blick auf die Orgel mit ihren 3960 Pfeifen, 40 Registern und den beweglichen Figuren. Der Organist spielt unter anderem Werke von Bach und Chopin. Ein großartiges Erlebnis. Es heißt abwarten, bis die Kirche sich geleert hat. Jetzt können wir die Orgel aber auch den Altar näher betrachten. Dann geht es auch schon weiter an einen Ort dunkler Geschichte, zur Wolfsschanze, dem ehemaligen Hauptquartier und Attentatsplatz Adolf Hitlers. Man führt uns vorbei an den gesprengten Bunkern mit Hinweisen auf den Verwendungszweck. Vor der Ruine, in welcher das Attentat stattfand, ist ein Gedenkstein für Claus Philipp Maria Schenk Graf von Stauffenberg aufgestellt. Ein erfreulicher Teil des heutigen Tages erwartet uns jetzt im Mazury Landscape Park bei einer Staakenbootsfahrt auf dem Krutynia Fluss. Vom Bus steigen wir in kleine Holzboote um und werden damit ein Stück des Flusses auf und ab gefahren. Wir erleben fröhliche Gesellschaften unterwegs am Fluss und an den Ufern. Ein Stück natürliches Polen. Abschließend noch ein kurzweiliger Aufenthalt in einem Restaurant am Fluss, ehe es zurück zum Hotel geht. Nach dem Abendessen müssen wieder einmal die Koffer für den kommenden Tag vorbereitet werden. (ca. 109 Km)

Tag 6

Wir verlassen Rastenburg und fahren zum Schiffsstopp Slipanlage Beechnien am Oberlandkanal. Wir steigen auf den Ausflugsdampfer (Kurzvideo) um und fahren auf der interessanten Teilstrecke mit dem Überlandtransport (2 Stunden). Hier überwinden die Schiffe auf den hügeligen Teilstrecken mit Hilfe von Rollwagen oder auch schiefen Ebenen genannt, durch Wasserkraft jeweils 21m Höhenunterschied. Die Überlandfahrt dauert jeweils etwa 15 Minuten. Unterwegs werden Getränke und die für die Region bekannten gekochten Würste serviert. Am Ende der Fahrt nimmt uns der Bus wieder auf und wir fahren zu einer der mächtigsten durch Wallanlagen und Gräben gesicherten Burganlage Europas die Marienburg. Die an der Nogat liegende Festung des deutschen Ritterordens gliedert sich in drei Teile. Im zweiten Stock des Hochschlosses sehen wir dessen repräsentativste Räume, den Konvents Remter und die Konvent Stube. Der langgestreckte Remter diente einst den Ordensrittern als Speisesaal, im Konvent Saal verbrachten sie ihre Freizeit. Ein etwa 60 Meter langer Gang führt vom südwestlichen Teil des Hochschlosses zu dem über dem Nogat errichteten Dansker. Auf den weitläufigen Terrassen zwischen Hoch- und Mittelschloss befindet sich ein Lapidarium mit Exponaten der Steinmetzkunst. Von dort gelangen wir in die St. Annenkapelle, in deren Krypta die Hochmeister des Ordens ihre letzte Ruhestätte fanden. Das Schlossmuseum beherbergt rund 40.000 Exponate mit einer sehenswerten Bernstein Sammlung. Jedes Jahr im Juli wird von Ritterbruderschaften aus Polen und dem Ausland die Belagerung der Marienburg vor mehr als 600 Jahren nachgestellt. Wir fahren zu unserem Tagesziel weiter und kommen abends in der Hansestadt Danzig (Gdańsk) an. (ca. 303 Km)  

Tag 7

Beim Einstieg in den Bus begrüßt uns der örtliche Reiseleiter zur Stadtrundfahrt durch Danzig. Zuerst fahren wir an der geschichtsträchtigen Danziger Werft vorbei und bekommen die Vorgänge um Solidarnocs unter dem späteren Nobelpreisträger und Staatspräsidenten Lech Wałęsa erklärt. Dann hält der Bus bei der an der Mottlau liegenden Altstadt. Wir gehen über die Grüne Brücke zum anderen Ufer und spazieren entlang des Langen Kai, sehen gegenüber die Speicher, bis zum Kran Tor. Der Holz Kran diente zur Masterrichtung, Verladung der Waren und als Stadttor. Durch dieses hindurch treten wir in die Stadt ein und gehen durch die Frauengasse zur im Zentrum der Rechtsstadt gelegenen Marienkirche. Sie ist die höchste Backsteinkirche der Welt, vormals protestantisch und wurde nach dem Wiederaufbau katholisch eingeweiht. Wir betreten den Dreischiffigen Kirchenbau und gehen zu dem von einem Schüler Albrecht Dürers errichteten Altar, sehen das Orgelprospekt und wenden uns der Astronomischen Uhr zu. Wir bestaunen das Gemälde Taten der Barmherzigkeit und gehen weiter zur St. Reinhold Kapelle mit der Kopie des Jüngsten Gerichts. Das Original dieses Triptychons befindet sich im Nationalmuseum Danzig. Zu sehen gibt es für uns noch die 11 erhaltenen von ursprünglich 144 Heiligen Figuren. Wir steigen den Turm mit seinen ca. 400 Stufen empor und werden belohnt mit einem fantastischen Blick über die Stadt, der bis zur Ostsee reicht. Von hier geht es weiter zum Goldenen Tor. Dieses Stadttor erinnert in seinem Aussehen eher einem Palais. Es ist zugleich der Beginn der ältesten und berühmtesten Straße Danzigs, die Langgasse. Hier reiht sich ein reich verziertes Patrizierhaus an das andere und ein Bernsteinladen an den Nächsten. Hier ist es einfach ein Muss so manche dieser Geschäfte von innen zu sehen und eine Werkstätte für die Verarbeitung aufzusuchen. Ein Objekt der Begierde zu erstehen ist dann naheliegend. Hervorstechend sind das Uphagenhaus, Ferberhaus, Löwenschloss oder Schumannhaus, um nur einige zu nennen. Der 82m hohe Turm des Rechtsstädtischen Rathauses ist schon von weitem sichtbar. Das für uns schönste Haus der Artushof einst Palast der Kaufmannszunft beschließen wir zu besuchen. Der Rundgang durch das Gebäude zeigt die prachtvolle Inneneinrichtung und die zahlreichen Informationen zur Geschichte sind sehenswert. Das Prunkstück des Artushofes ist für uns der große Saal, ein gewölbter Raum, der als schönster Danzigs gilt. In ihm hat Günter Grass (Die Blechtrommel-Roman) den Titel des Ehrenbürgers verliehen bekommen. Besonders beeindruckte uns der 11m hohe Kachelofen an dem insgesamt 520 Kacheln verbaut sind, von denen keine der anderen gleicht. Jede in Handarbeit mit Unikaten Motiv der Porträts europäischer Herrscher, mit Wappen und mit allegorischen Motiven bemalt. Einen Besuch dieses Hauses sollte man sich nicht entgehen lassen. Weiter über den Langen Markt zum Grünen Tor, ursprünglich als Stadtresidenz der polnischen Könige gedacht und über die Grüne Brücke zum Bus zurück. Jetzt fahren wir an die Ostsee nach Zoppot (Sobot) der Riviera des Nordens (Kurzvideo) mit seinem 4 Km langen Sandstrand. Das an der Promenade liegende Grand Hotel verbuchte in der Vergangenheit Gäste wie Marlene Dietrich und Josephine Baker. Wir gehen entlang der Strandpromenade und schwenken ein auf die längste Seebrücke aus Holz in Europa, die sogenannte Molo. Über 500 Meter ragt der Steg in die Ostsee hinein und hat unterwegs zahlreiche Sitzmöglichkeiten, auf denen man die Aussicht auf die Küste von Sopot und auf das Meer genießen kann. Am Ende der Mole angekommen steht ein Restaurant. Wir nehmen Platz mit einem freien Blick auf das Meer und lassen bei Kaffee, Kuchen und einem Glas Sekt die Blicke in die Ferne schweifen. Pünktlich sind wir am vereinbarten Treffpunkt und werden zum Hotel zurückgefahren. Nach dem Abendessen geht es ans Koffer packen. (ca. 31 Km)

Tag 8

Nach dem Frühstück verlassen wir Danzig und unsere Reise führt weiter in die Stadt des Kopernikus nach Thorn (Torun). Die durch die zahlreichen Bauten der norddeutschen Backsteingotik geprägte Stadt ist UNESCO Weltkulturerbe. Vom am Ufer der Weichsel gelegenen Busparkplatz steigen wir hinauf in die Altstadt. Wir halten an dem originellsten Gebäude den Schiefen Turm, ein Teil der mittelalterlichen Befestigungsanlage der Stadt. Er neigte sich auf dem lehmigen Untergrund schon im Mittelalter mit einer Abweichung von der Senkrechten um etwa 1,40 Meter. Von der Stadtbefestigung sind auch Teile der Stadtmauer und drei der ehemals acht Stadttore erhalten geblieben. Von den berühmten Gebäuden sehen wir das Geburtshaus von Nikolaus Kopernikus. Der spätere Astronom wurde hier geboren. Hier befindet sich heute das Kopernikus Museum. Dieses Museums zeigt uns die Lebensabschnitte des großen Astronomen. Neben den Artefakten der Familie sehen wir eine Sammlung verschiedener Ausgaben von Copernicus bahnbrechendem Werk ‚De Revolutionibus‘ sowie Objekte, die die vielfältigen Interessen und Aktivitäten des großen Gelehrten dokumentieren. Anschließend eine kleine Pause in dem gegenüberliegenden Café. Wir spazieren durch die Stadt zu einem der bekanntesten Sehenswürdigkeiten mit davor befindlichen Nicolaus Copernicus Denkmal, dem Rathaus, welches wir uns auch von Innen ansehen. Dann wenden wir uns dem Dom zu, der uns vor allem durch die Sterngewölbe und die insgesamt sehr reiche Ausstattung beeindruckt. Dann geht es zurück zum Bus und weiter in die kulturelle Metropole Posen (Poznań). Bevor wir zu unserem Hotel fahren stoppen wir an der von Warthe und Cybina umflossenen Dom Insel und besichtigen die Basilika St. Peter und Paul in dessen Goldener Kapelle der erste polnische König gekrönt und später begraben wurde. Nach Ankunft im Hotel geht es zunächst zur Basilika des Franziskaner Convent, dem gegenüber das Schloss, welches für den deutschen Kaiser Wilhelm II erbaut wurde, steht. In der unmittelbaren Nachbarschaft zum Schloss befinden sich das aus der gleichen Zeit stammende Teatr Wielki, der Sitz der Posener Oper, sowie die Adam-Mickiewicz-Universität. Danach betreten wir das Herzstück von Posen den Altmarkt. Den Mittelpunkt bildet das Rathaus das als einer der schönsten Renaissancebauten in Mitteleuropa gilt. Im Inneren sehen wir den besonders prächtigen Renaissancesaal. Durch seine mittelalterlichen Krämerhäuser, der alten Stadtwaage und den geschlossenen Reihen von liebevoll sanierten Bürgerhäusern bildet der Alte Markt ein beeindruckendes Ensemble. Wir biegen ab zur Kirche des Hl. Stanislaus und dem Jesuitenkollegium. Hier hielt sich Napoleon Bonaparte auf und Frederic Chopin konzertierte hier. Über den Alten Markt gehen wir zurück zum Hotel. (ca. 346 Km)

Tag 9

Vom Frühstück gestärkt geht es weiter in die an der Oder liegende Stadt Breslau (Wroclaw). Das Stadtbild wird stark durch die in Backstein Gotik gebauten Kirchen geprägt. Weg vom Hotel gehen wir auf direktem Weg zum alten Markt mit seinem gotischen Rathaus mit seinen vielen Spitzen, Türmen und Verzierungen. Wir kommen vor dem Pranger auf den Platz und sehen auf die astronomische Uhr am Hauptgiebel mit ihrem Zusammenspiel von Sonne, Mond und Tierkreiszeichen. Als einzigartig erachten wir die Jugendstil Häuser und prunkvollen Barock Fassaden rund um den Platz. Es ist an der Zeit sich einen Platz für den Lunch zu suchen. Wir finden ein Plätzchen im Freien mit Blick über den Platz und auf das Rathaus. Nach einem Kaffee zum Abschluss wandern wir zur Namen Jesu Kirche und der nebenan befindlichen Universität mit der Aula Leopoldina. Dieses barocke Prunkstück wird neben den Immatrikulationen durch seine hervorragende Akustik auch für Konzerte genutzt. Wir verlassen die Aula, gehen vorbei an der St. Vinzenz Kathedrale und gehen über die Brücke auf die Sand Insel. Den architektonischen Mittelpunkt der Dom Insel bildet die Johanniskathedrale mit den beiden Spitztürmen. Es gibt noch weitere Kirchen und den Bischofssitz. Über die Brücke zurück wartet unser Bus und fährt uns zum Hotel zurück. Als Touristenattraktion erwähnenswert sind auch die aus Bronze in verschiedensten Variationen in der ganzen Stadt aufgestellten Breslauer Zwerge deren Anfänge auf die politische Oppositionsbewegung Orange Alternative zurückführen. Diesen Abend gibt es kein Dinner im Hotel. Die Gruppe hat beschlossen den letzten gemeinsamen Abend in einem für Breslau typischen Kellerlokal am Salzmarkt ausklingen zu lassen. Es ist ein gemütlicher Abend bei Breslauer Spezialitäten und Getränken. Die Gruppe macht sich in fröhlicher Stimmung auf den Weg zurück zum Hotel. (ca. 189 Km)

Tag 10

Wir starten nach dem Frühstück mit vielen großartigen Reiseerlebnissen über Olmütz zurück nach Wien (ca. 436 Km)

Und wer jetzt das Gefühl verspürt, dorthin zu reisen kann sich vielleicht die eine oder andere Anregung mitnehmen.

POLEN

Die Republik Polen ist nach der Verfassung von 1997 eine parlamentarische Demokratie mit präsidialen Elementen, die den Prinzipien des Rechts- und Sozialstaates verpflichtet ist und weltanschauliche Neutralität wahrt. Staatsorgane sind Staatspräsident, Ministerrat und Parlament. Der in direkter Wahl für fünf Jahre gewählte Staatspräsident hat auch gewisse exekutive Befugnisse: Er ist oberster Befehlshaber der Streitkräfte und hat bestimmte Mitwirkungsrechte in der Außenpolitik. Er kann Gesetzesvorhaben mit einem Veto belegen, das durch das Parlament nur mit einer Drei-Fünftel-Mehrheit überstimmt werden kann. Der Ministerrat (Regierung) leitet die Innen- und Außenpolitik. Er wird mit absoluter Mehrheit vom Parlament gewählt und kann nur durch ein konstruktives Misstrauensvotum gestürzt werden. Der Vorsitzende des Ministerrats (Ministerpräsident) kann Minister berufen und abberufen. Das Parlament besteht aus zwei Kammern, dem Sejm (460 Abgeordnete) und dem Senat (100 Senatoren); der Sejm wird nach Verhältniswahlrecht, der Senat nach Mehrheitswahlrecht für je vier Jahre gewählt. Polen ist ein vielseitiges Reiseziel – von der mehr als 500 km langen Ostseeküste bis zu den Gebirgen der Karpaten und der Tatra im Süden des Landes. Das Klima Polens ist ein gemäßigtes Übergangsklima. Hier trifft die trockene Luft aus dem eurasischen Kontinent mit der feuchten Luft des Atlantiks zusammen. Im Norden und Westen herrscht vor allem ein gemäßigtes See Klima, im Osten und Südosten Kontinentalklima. Die Niederschläge nehmen von der Küste zum Binnenland und nach Osten ab. Im Bergland steigen sie wieder. Starke Schneefälle im Winter. Polen war ursprünglich zu großen Teilen mit Laub- und Mischwäldern bestanden. Heute sind 29,4 Prozent der Landesfläche bewaldet (Stand 2005), wobei vier Fünftel der Wälder aus Nadelwäldern bestehen. Hier sind Kiefern neben Fichten, Lärchen und Tannen vorherrschend. Die Tierwelt ist sehr artenreich, vor allem in den Nationalparks. Im Nationalpark Białowieża, direkt an der Grenze zu Weißrussland, wurden Wisente neu angesiedelt; die dort freigelassenen Tiere stammen aus einem Zuchtprogramm, dem die letzte Herde reinblütiger Wisente zugrunde lag. In den Hochgebirgen leben noch Wölfe und Braunbären, weitere bemerkenswerte Säugetiere sind Luchse, Wildkatzen, Marderhunde, Fischotter, Elche, Mufflons, Gämsen, Biber, Feldhamster, Perlziesel und Schneehasen. Zur vielfältigen Vogelwelt gehören Großtrappen, Auerhühner, Weiß- und Schwarzstörche sowie See-, Fisch- und Schreiadler. Es gibt große Unterschiede zwischen dem Stadt- und Landleben: Die Landbevölkerung ist sehr gläubig und ihr Lebensstil ist traditioneller als in der Stadt. Zur Begrüßung gibt man sich die Hand, Frauen werden mit Handkuss begrüßt. Es gibt ~90% römisch-katholische, außerdem Polnisch-Orthodoxe, Protestanten, Altkatholiken und Juden. Frédéric Chopin ist der bekannteste polnische Komponist; in seiner Klaviermusik verarbeitete er auch Elemente polnischer Volksmusik. Namhafte Künstler polnischer Abstammung sind Elie Nadelman, Jacob Epstein, Andy Warhol, F. K. Waechter und Roland Topor. Weltbekannt wurde der polnisch-amerikanische Architekt Daniel Libeskind. Polnische Filmregisseure wie Andrzej Wajda, Roman Polanski, Krzysztof Kieślowski und Krzysztof Zanussi erlangten nach 1950 internationale Anerkennung. Der Volkssport Nummer eins in Polen ist Fußball, da unterscheidet man sich nicht von den europäischen Nachbarn. Das Aushängeschild  dieser Sportart und des Sports in Polen ist mit Sicherheit Robert Lewandowski der Mittelstürmer des FC Bayern. Die  Volleyball-Nationalmannschaft ist mit 19 Medaillen eine der erfolgreichsten Mannschaften in der Geschichte. Jeder der sich im Wintersports auskennt, hat den Namen Adam Malysz schon mal gehört. Er ist einer der bekanntesten Namen im Skispringen und hat viel für die Popularisierung dieser Sportart beigetragen.

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Veröffentlicht von Roberts und Christines Reiseerlebnisse

Zum Fotografieren bin ich direkt und ohne Umwege gekommen. Da hat noch alles begonnen mit Fotografien auf lichtempfindlichem Papier. Meine erste Kamera habe ich als Kind zu meinem Geburtstag bekommen. Dann, einige Jahre später, zum gleichen Anlass, mit einer hochwertigeren Kamera, war eines für mich klar: Meine Freude am Reisen und die damit verbundene Neugier sowie die Angewohnheit vieles davon festzuhalten weckten den Anreiz in mir, andere daran teilhaben zu lassen.

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