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WIEN 12. Gemeindebezirk-Meidling Vienna 12. District-Meidling

EINBLICKE – Insights

Wien Meidling

Der 12. Bezirk liegt im Südwesten Wiens, etwa 5 bis 10 km von der Inneren Stadt entfernt.
Topografisch erstreckt er sich vom Wiental südlich des Wienflusses in die Ebene zwischen dem Wienerberg im 10. Bezirk und dem Grünen Berg, dem Schlosshügel von Schönbrunn im 13. Bezirk. Der Bezirk, nach dem das „Meidlinger L“ des Südwiener Dialekts benannt ist, besteht im Wesentlichen aus dicht verbauten Arbeitervierteln, die näher zur Innenstadt liegen. Die 1806 in Obermeidling und Untermeidling geteilte Siedlung Meidling (am Wienfluss) und das 1819 davon abgetrennte Gaudenzdorf, locker verbaute ehemalige Dörfer mit herrschaftlichem Schloss, die südwestlich anschließen, Hetzendorf und Altmannsdorf, Letzteres als gemischtes Industrie- und Wohngebiet bis zum nördlichen Abhang des Liesingtals. Dazwischen verlaufen die Ausläufer des Wienerbergs mit seinen geologisch jungen Strandterrassen und Ziegelgruben.
Neben den Katastralgemeinden Altmannsdorf, Gaudenzdorf, Hetzendorf und Meidling
(Obermeidling und Untermeidling) befinden sich auch kleine Teilgebiete der Katastralgemeinden Atzgersdorf, Inzersdorf und Inzersdorf-Stadt im Meidlinger Bezirksgebiet. Das 1907 angegliederte Neumargareten gehört dagegen seither auch grundbuchlich zur Katastralgemeinde Meidling. Unter dem Namen Murlingen ist der Ort Meidling schon seit dem Jahr 1104 nachweisbar. Ursprünglich gehörte der Grund zum Großteil dem Stift Klosterneuburg. Im Mittelalter wurde in Meidling hauptsächlich Feld- und Weinbau betrieben. 1755 entdeckte man eine schwefelhaltige Quelle, woraufhin die Gegend um das Theresienbad zu einem beliebten Ausflugsziel für die Wiener wurde. Am Ende des 18. Jahrhunderts siedelte sich immer mehr Industrie an, was den Charakter des Ortes völlig änderte. Dies führte 1806 zur Teilung der inzwischen schon recht groß gewordenen Gemeinde in Obermeidling und Untermeidling. In Untermeidling entwickelte sich auf altem Ziegelei-Gelände eine eigene Siedlung, die 1846 unter dem Namen Wilhelmsdorf abgetrennt wurde. 1819 entstand entlang des Linienwalls, an dessen Stelle um 1900 der Gürtel. Als mehrere Bezirke verbindende Hauptstraße entstand, der Vorort Gaudenzdorf, in dem sich wegen der Lage an der Wien zahlreiche Färber, Gerber und Wäscher ansiedelten. Der Ort Altmannsdorf wurde 1314 zum ersten Mal urkundlich erwähnt und hatte lange Zeit ländlichen Charakter. 1190 kam es zur Erstnennung von Hetzendorf. Später kam es in den Besitz des Stiftes Klosterneuburgs und des Deutschen Ritterordens. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich der Ort zu einer Villensiedlung. Mit 1. Jänner 1892 wurden alle diese Gemeinden zum 12. Wiener Gemeindebezirk Meidling
vereinigt, der einen typischen Arbeiterbezirk darstellte. Der Wienfluss wurde 1895–1900 reguliert, der Linienwall beim Gürtel ab 1894 abgetragen. 1907 wurde Neumargareten, der Teil des 5. Bezirks westlich des Gürtels, in den 12. Bezirk transferiert. 1898 wurde der Bezirk mit der Station Meidling an das Netz der Wiener Dampfstadtbahn angeschlossen, die wiederum 1925 von der Wiener Elektrischen Stadtbahn abgelöst wurde. Seit 1980 verkehrt statt der Stadtbahn die U-Bahn-Linie U4 nach Meidling.
1909 bis 1920 lebte Hermine Santrouschitz als Kind in armen Verhältnissen in Meidling. Sie wurde später als Miep Gies bekannt und war in Holland die wesentlichste Helferin der vom Nationalsozialismus bedrohten Anne Frank, deren Tagebuch sie rettete.
Im Bereich des Gürtels entstanden in den 1920er Jahren viele, „Gemeindebauten“ genannte,
kommunale Wohnhausanlagen. Die Gebiete von Hetzendorf und Altmannsdorf blieben ländlich geprägt, doch entstanden in der Zeit des Roten Wiens Reihenhaussiedlungen und nach dem Zweiten Weltkrieg ausgedehnte Wohnhausanlagen. In den 1990er Jahren kam es zu mehreren kleinen Änderungen bei den Bezirksgrenzen. Die Grenze zum Gemeindebezirk Favoriten wurde 1995 im Bereich der Wienerbergstraße und 1999 beim Frachtenbahnhof Matzleinsdorf verschoben. Der Grenzverlauf zum Gemeindebezirk Liesing wurde wie folgt geändert: 1995 im Bereich Am Schöpfwerk und im Bereich Wilhelm-Erben-Gasse sowie 1997 am Rosenhügel im Bereich Emil-Behring-Weg und Wundtgasse. Betroffen von diesen Grenzänderungen waren neben Verkehrsflächen vor allem einzelne Wohnhäuser, Kleingartensiedlungen und ein großes Lehrlingsheim in der Kundratstraße, das an Favoriten fiel. Die Meidlinger Hauptstraße wurde 1994 als Fußgängerzone eröffnet.
Die größte Parkanlage des Bezirksgebietes ist der (teilweise öffentlich zugängliche) Park von Schloss Hetzendorf, gefolgt vom Haydnpark mit rund 26.500 m² Fläche auf dem Gelände des ehemaligen Hundsturmer Friedhofs, der 1874 geschlossen und 1926 als Parkanlage eröffnet wurde. Vom ursprünglichen Friedhof ist lediglich der Grabstein des Komponisten Joseph Haydn erhalten. Da das Bezirksgebiet aus mehreren ehemaligen Gemeinden besteht, existieren in Meidling heute noch mehrere der ursprünglichen Ortsfriedhöfe. Die größte Fläche nehmen dabei der Meidlinger Friedhof und der Südwestfriedhof ein. Ebenfalls in Meidling liegen der Hetzendorfer Friedhof und der
Altmannsdorfer Friedhof.
Neben zahlreichen im Bezirk niedergelassenen Ärzten der verschiedensten Fachrichtungen
bestehen im Bezirksgebiet das Unfallkrankenhaus Meidling und das Rehabilitationszentrum Meidling. Letzteres ist das einzige österreichische Rehab-Zentrum für Personen mit Schädel-Hirn-Trauma (SHT). Beide Institutionen werden von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt betrieben.

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